Warum es hilft, gemeinsam mit anderen aufzuhören
Zuletzt aktualisiert 19. Oktober 2026
Unterstützung macht einen erfolgreichen Rauchstopp wahrscheinlicher. Ein Cochrane-Review von 66 Studien ergab, dass Gruppenprogramme die Chance aufzuhören im Vergleich zu Selbsthilfematerial etwa verdoppeln (Risikoverhältnis 1,88). In einer großen Studie zu einer Online-Community waren aktive Mitglieder deutlich häufiger abstinent als Nichtmitglieder.
Was die Forschung zeigt
Die stärksten Belege gibt es für strukturierte Gruppen. Ein Cochrane-Review von 2017 über 66 randomisierte Studien fand, dass verhaltenstherapeutische Gruppen die Rauchstopp-Quote gegenüber reinem Selbsthilfematerial erhöhen (Risikoverhältnis 1,88, Evidenz mittlerer Vertrauenswürdigkeit). Diese Gruppen wurden von Fachleuten geleitet, das Ergebnis lässt sich also nicht automatisch auf jede Online-Community übertragen.
Online-Communitys sind weniger erforscht, die Hinweise sind aber ermutigend. In einer Studie von 2017 zur Online-Community BecomeAnEX waren 20,7 Prozent der aktiven Mitglieder abstinent, gegenüber 7,7 Prozent derjenigen, die die Community nicht nutzten. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Ursache und Wirkung: Wer beitritt, ist womöglich schon motivierter.
Partnerin, Partner oder Freunde einfach um Unterstützung zu bitten, verbessert laut einem weiteren Cochrane-Review für sich genommen die langfristige Rauchstopp-Quote nicht nachweislich. Entscheidend scheint regelmäßiger Kontakt zu Menschen zu sein, die verstehen, was du gerade durchmachst.
So nutzt du eine Community gut
- Sprich mit Menschen in derselben Phase: Die erste Woche fühlt sich ganz anders an als der zweite Monat.
- Schreib, wenn das Verlangen beginnt, nicht erst, nachdem du geraucht hast.
- Antworte anderen: Wenn du jemandem durch ein Verlangen hilfst, stärkt das auch deinen eigenen Entschluss.
- Teile die kleinen Erfolge. Tag drei ist ein Grund zum Feiern.
Die Freewill-Community
Freewill hat eine lebendige Community, nach Phasen geordnet: Vorbereitung, Erste Woche, Zweite Woche, Woche 3, Woche 4, Monat 2 und Aufhörer für alle, die die ersten Wochen hinter sich haben. Es gibt den Raum Akutes Verlangen, den Raum Neuanfang für die Zeit nach einem Ausrutscher, den Raum Allgemein sowie Räume zu Stress, Fragen, Büchern, Filmen und Musik. Nachrichten lassen sich mit einem Tippen übersetzen, und Community-Events geben allen ein gemeinsames Ziel, etwa 100.000 gemeinsam nicht gerauchte Zigaretten.
Quellen
- Cochrane: Verhaltenstherapeutische Gruppenprogramme zur Rauchentwöhnung (2017)
- Graham et al., PLoS ONE (2017): Beteiligung an einer Online-Community und Abstinenz
- Cochrane: Maßnahmen zur Stärkung der Unterstützung durch Partner beim Rauchstopp (2018)
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn du Nikotinersatz oder Medikamente nutzt, halte dich an deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Apotheke.